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Bär
Holzknecht
Niedermayr
Schutting
Wesezky

 

Poesie der Vielfalt

Peter A. Bär
Edgar Holzknecht
Ingrid Niedermayr
Albin Schutting
Mario Wesecky

 

11. Jänner bis 9. Februar 2013

 

Peter A. Bär Bär


Herr Bär, warum haben diese Skulpturen eigentlich keine Titel?
Eine Arbeit zu bezeichnen, also einen Titel geben, kommt bei mir sehr selten vor. Meine Steine sind wie Wesen oder Zustände, sie sollen nicht schwer erscheinen. Man kann sie als weich, oder kristallin hart empfinden und den Formen mit der Hand nachspüren. So wie die Arbeit in meinem Fall ein sinnlicher Prozess ist, so sollte man sich auch auf diese Skulpturen einlassen. So gesehen kann eine Betitelung oft störend sein, da ja dadurch a priori Vergleiche gezogen werden und deshalb ein tieferes Nachdenken ausbleibt. Es ist also hilfreich, die Skulpturen nicht zu bezeichnen und damit einen individuellen Zugang zu eröffnen: jede(r) ist somit eingeladen für sich diese Steinskulpturen zu erschließen. Hier wird, wenn man so will, Arbeit geteilt: das Formdenken beim Bearbeiten und das Nachdenken.
Wie sind die Arbeiten auf Papier zu verstehen?
Das sind keine Entwurfsarbeiten im eigentlichen Sinne, es sind eher Exerzitien zu den Steinbearbeitungen. Die Blätter entstehen meist längere Zeit vor den Skulpturen und geben nur die Richtung an. Manchmal entdecke ich bei der Steinarbeit, dass ich so eine Form schon einige Zeit früher dachte.

 

Edgar Holzknecht Holzknecht

Der Atem der Landschaft    Zur Malerei von Edgar Holzknecht
… manchmal wie berauscht (…)
vom Anblick des Hochgebirges
und der blühenden, aus dem Schneelicht
und dem Türkis der Gletscher herabfließenden Weiden,
über die Wolkenschatten dahinglitten, (…).
Christoph Ransmayr, Der fliegende Berg
Gehen in den Bergen heißt: einem Weg vertrauen, dass er nach oben führt. Und oben sein, heißt: die Welt besitzen.
Edgar Holzknecht ist ein Wanderer. Er geht hinaus in die Natur, in die Berge des Steyr- und Ennstals, um die Stimmungen dieser Landschaft des Alpenvorlandes sinnlich und unmittelbar zu erleben. Oft hebt sich der Nebel vom Tal aus in die Höhe, ein vom Licht umspielter Schleier, der die schweren Gipfel der Berge in ein fernes Schweigen hüllt, das sich immer wieder lichtet. Einblicke und Ausblicke werden freigegeben, die den Maler faszinieren; berühren sie doch etwas vom Ursprung der Welt.
Zu Hause im Atelier entstehen Re-Konstruktionen dieser tiefen Eindrücke, Landschaftsbilder, die alle einen gemeinsamen Blickpunkt wählen: den Standort eines Menschen, der als Wanderer, als Vermittler zwischen Unten und Oben unterwegs ist. Der Ausblick auf die Berge und in die Ferne scheint Anlass und zugleich Ziel dieses poetischen Umherwanderns zu sein, das Holzknecht nun mit dem Pinsel in der Hand in einer abstrakten Malerei umkreist, die das Naturvorbild nicht leugnet.
Die Gestaltung eines Landschaftsbildes kommt der Komposition eines Musikstücks gleich, ein Ton folgt dem nächsten und jedes Detail fügt sich zu einem großen Ganzen. Über Tage und Wochen legen sich Farbschichten – bis zu 30 Lagen – auf die Leinwand, um die Eindrücke eines Gebirgsmassivs mit seinen grünen Matten zu konkretisieren. Holzknecht wählt wenige Farben, setzt diese aber in unterschiedlichsten Nuancen ein und immer wieder reißt er die Tektonik der Flächen durch Aufhellung auf. Das Licht wird mit einer subtilen Materialität aufgeladen, was den ätherischen Effekt zwar belässt, aber vor allem die Illusion der Ferne, das Entrücktsein, bei gleichzeitig spürbarer Kompaktheit der Form in den Vordergrund stellt.
Feine Schraffuren, die nur beim Nahetreten ans Bild zu entdecken sind, verweisen zurückhaltend auf grundsätzliche Richtungen in der Komposition. Diese graphischen Strukturen im malerischen Aufbau können auch als Spurensuche gedeutet werden. Sie sind notwendig, denn Holzknecht bekennt sich zwar zu Harmonie in der Ästhetik. Durch gedämpfte Expressivität aber bleibt der Arbeitsprozess spürbar, was den Spannungsbogen im einzelnen Werk aufrecht hält. Und weil die Landschaften in natura vielfältigen Wetterstimmungen unterworfen bleiben, schlägt auch Holzknecht in jedem Einzelbild des Werkzyklus einen anderen farbigen Grundton an. Letztendlich ist ein Bild erst vollendet, wenn es in seiner Botschaft dem Erlebten nahe kommt: „Wenn ich da oben stehe und auf die Gipfel schaue, kann ich anders atmen. Dann fühle ich mich frei“, sagt der Künstler.
Die Suche nach einer spürbaren Kompaktheit, die sich vordergründig radikal entzieht, wird bei der Werkgruppe „Figuren“ noch enger fokussiert.
Holzknecht malt, dominiert von abgedunkelten Rottönen, unvollständige Figuren in einem angedeuteten Raum. Einige Bilder, oft zu Serien verbunden, konzentrieren sich auf einzelne Figuren, andere zeigen Paare. Schemenhaft wirken diese Gestalten, die oft ineinander übergehen, als würden sie sich berühren. Die Werke beziehen einerseits aus dem Dialog von Figürlichkeit und Abstraktheit eine sichtbare Spannung, andererseits bringt auch die bewusste Unschärfe der Konturen und „Körperlandschaften“ Bewegtheit in die durchkomponierten Formate.
Der Betrachter sucht nach Anhaltspunkten, die Auskunft über die Beziehung der Figuren zueinander geben könnten. Er wird fündig, denn die monumental wirkenden „groben“ Darstellungen, geben stets etwas über Distanz und Nähe preis. Diese Indikatoren werden vom Betrachterauge als Hinweise auf Beziehungen gedeutet, den Gesichtern oder Posen ist dagegen nichts Eindeutiges eingeschrieben. Sie sind vielmehr archaischen, mythischen Idolen entlehnt, die zu den Wurzeln unserer Kulturgeschichte führen. Dabei handelt es sich um Urbilder des Menschseins, um geheimnisvolle stehende Gestalten, die etwas Größeres, Allumfassendes berühren. Diesen Moment sucht und findet auch Holzknecht immer aufs Neue. Nicht von ungefähr sagt er: „Das Thema wird für mich nie beendet sein.“ Einen Modus zur Darstellung der menschlichen Gestalt zu ergründen, der sich über Raum und Zeit hinweg bewährt, führt in eine unerschöpfliche Tiefe.

Text: Mag. Elisabeth Vera Rathenböck

 

Ingrid Niedermayr Niedermayr

Ingrid Niedermayr lebt und arbeitet in Blindenmarkt. Sie studierte an der Akademie für Bildende Künste bei Eva Schlegel als auch bei Wolfgang Herzig und Ch.L. Attersee, nach einem Wechsel an die Universität für Angewandte Kunst. Seit Abschluß des Diploms für Malerei und Grafik bei Ch.L.Attersee  arbeitet die Künstlerin Ingrid Niedermayr  in 5-Jahre-Schaffensphasen. Während in der Zeit  von 2002 – 2007 die Darstellung der Architektur Vorrang hatte, beschäftigte sie sich von 2007 - 2012  intensiv mit der Natur, Zen und dem Fotografen Dolf Toussaint
Die Arbeiten in der Ausstellunge zeigen Symbole aus dem Zen in Verbindung mit den Fotografien von Dolf Toussaint.

Albin Schutting Schutting

Nachdem sich Albin Schutting in den letzten Jahren mit eher medientheoretischen Fragestellungen –dabei vor allem mit der Rolle des Medienkonsumenten –  beschäftigt hat, setzt er sich in seinen aktuellen Arbeiten mit dem Vorgang des Einschlafens auseinander, einem Thema, das in der Kunstgeschichte vergleichsweise selten behandelt wird.
Auf Ölbildern sind einschlafende Figuren von einer schwarzen Konturlinie umgeben, die eine scharfe Grenze zwischen Umgebung und Individuum bildet. Innerhalb dieser Grenze scheint die Person zu verblassen, was gleichzusetzen ist mit dem Prozess des Hinübergleitens in den Schlaf, dem (vorübergehenden) Erlöschen des Bewusstseins. Die Umgebung wird nicht mehr wahrgenommen, die letzten Momente des Bewusstseins sind nach innen gerichtet, erste Traumfragmente tauchen auf. Beendet wird diese Bilderserie mit einem Bild, das einen umgefallenen kaputten Wecker zeigt. Solche defekten Gegenstände werden – wie in der Geschichte des Stilllebens häufig – als Vanitas Symbol interpretiert. Dadurch verändert sich die Bedeutung des Einschlafens und es wird auf das letztmalige, (hoffentlich) "friedliche Einschlafen" verwiesen.
Traumbildern widmet sich Albin Schutting in seinen Videos. In einem Spiegel, der als Symbol für Selbstreflexion gelesen werden kann, erscheint eine Person, die mit einem Fensterwischer oder einem Schwamm immer wieder die gleichen Putzbewegungen ausführt. Die Atmosphäre des Irrealen wird durch die Gegenüberstellung des gefilmten "realen" Spiegels mit der gezeichneten Person erzeugt.

 

Mario Wesecky Wesecky

„Kunst ist nicht dazu da, verstanden zu werden, sondern das Unverständliche in unserem Dasein erträglich zu machen“

     Bis 1983 im Schmuckbereich tätig. Ab1984 hauptsächlich Arbeiten in Holz. Im Vordergrund steht die menschliche Figur, oder vielleicht auch nur eine Körperhaltung als Ausdruck der Persönlichkeit. Bevorzugtes Material ist frisch geschlagenes Hartholz, gearbeitet wird fast ausschließlich mit Beilen. Diese Arbeitstechnik gestattet am besten ein Vortasten im Spannungsfeld zwischen der ursprünglichen Idee und den sich ergebenden Vorgaben des gewachsenen Materials.
       Die Grundidee der Sitzgelegenheiten war nicht das Schweben in einem Polstermöbel, sondern einen Ort, an dem ich mich gerne aufhalte, zu kennzeichnen und zu gestalten; - am Strand aus Treibholz und Steinen eine Sitzgelegenheit bauen. Diesem Gedanken folgend, sind die einzelnen Teile nur lose zusammengesteckt und teilweise wackelig. Während der Bearbeitung beginnen diese eine Eigenständigkeit als Objekte zu entwickeln. So entsteht eine Distanz, eine Loslösung vom Sitzmöbel zum Objekt hin.
        In der Betrachtungsweise, die Teile als eigenständige Arbeiten zu sehen und auch dementsprechend auszuführen, spiegelt sich der Gedanke des Fragmentarischen alles Tun und Seins. – Zusammengestellt entsteht zwar das fertige Sitzobjekt, dieses aber ist seinerseits auch nur ein Fragment, ein Teil meines Gedanken- und Empfindungsgebäudes. Also jeder einzelne Teil ist wie auch das Ganze, gleichzeitig Teil und auch Ganzes.
       Irgendwann in unserer Entwicklungsgeschichte haben wir es durch Spezialisierung und Organisation geschafft, Zeit zu erübrigen. Zeit, die nicht mit Arterhaltung, Selbsterhaltung und Ruhepausen ausgefüllt war, sondern überflüssige Zeit. Zeit, in der wir beginnen konnten unser Handeln zu hinterfragen. Und mit diesem Hinterfragen stellte sich Ungewissheit und Unverständlichkeit ein. Alles Unverständliche ist uns aber ein Dorn im Auge, und um diesen erdrückenden Bereich des Unverständlichen für uns erträglich zu machen, ist Kunst da.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausstellungsunterlagen zum Download:

 

Diashow Eröffnung

Biografien:
Peter A. Bär
Edgar Holzknecht
Ingrid Niedermayr
Albin Schutting
Mario Wesecky

       

Fotos aus der Ausstellung:
Fotos Peter A. Bär:

Bär
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Bär
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Bär
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Fotos Edgar Holzknecht
Holzknecht

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Holzknecht
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Fotos Ingrid Niedermayr
  Niedermayr
 

Niedermayr

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Niedermayr

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Fotos Albin Schutting
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Schutting

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Schutting

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  Fotos Mario Wesecky
  Wesecky
 
  Wesecky Wesecky
 
  Wesecky Wesecky
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Wesecky

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Fotos Vernissage:
 

Vernissage Poesie der Vielfalt

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Vernissage Poesie der Vielfalt Vernissage Poesie der Vielfalt