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niederösterreichkulturpreisträger 2009

Christine u. Irene Hohenbüchler - Würdigungspreis Bildende Kunst

Clemens Fürtler - Anerkennungspreis Bildende Kunst

Nikolaus Gansterer - Anerkennungspreis Bildende Kunst

Constanze Ruhm - Würdigungspreis Medienkunst (Künstlerisches Video, Kunst im elektronischen Raum und die Grenzen von Fachdisziplinen überschreitende Kunst)

Ricarda Denzer - Anerkennungspreis Medienkunst (Künstlerisches Video, Kunst im elektronischen Raum und die Grenzen von Fachdisziplinen überschreitende Kunst)

Markus Wintersberger - Anerkennungspreis Medienkunst (Künstlerisches Video, Kunst im elektronischen Raum und die Grenzen von Fachdisziplinen überschreitende Kunst)

15. Jänner bis 14. Februar 2010

 

 

 

 

 

 

 

Alljährlich präsentiert das NÖDOK in seiner ersten Ausstellung im Jahr die NÖ Kulturpreisträger


Christine u. Irene Hohenbüchler

Das Interesse an einem erweiterten Kunstbegriff führt in unserem gemeinsamen Arbeiten zu einem Kombinieren von unterschiedlichsten Materialien und Medien: Dieser Kunstbegriff liegt in der Vielfältigkeit des kulturellen Feldes und knüpft an unterschiedliche Aspekte an: soziales
Engagement, architektonische Fragestellungen, Fertigungstechniken aus dem angewandten Bereich, Beschäftigung mit literarischen Texten. Wobei Zeichnung, Malerei, Skulptur, Foto, Videodokumentationen mit textilen
Elementen zusammengebracht werden, um vielschichtige künstlerische Aussagen zu erreichen. Diese fordern die Betrachter zum Assoziieren auf und bleiben für mehrere Deutungsmotive offen. Dadurch wirken die Raumsituationen oft schwebend, etwas rätselhaft Verschlossenes wohnt
den Installationen inne.
Die Zeichnungen und Malereien dienen der Reflexion über das Medium selbst und die kunstgeschichtlichen Vorbilder. Sie stehen zumeist am Beginn des Aufbaus von Erzählungen, die im Raum verwoben werden, wobei auf historische Bezüge (Eiserner Vorhang, Wiener Staatsoper,
1999) oder persönliche Lebenserfahrungen (gegen das Vergessen, 2001) zurückgegriffen wird.
Da in der Arbeit selten in Singularität gedacht wird, wird das Miteinbeziehen von anderen Personen in ein gemeinsames künstlerisches Handeln projektweise vollzogen, wobei es um eine “multiple Autorenschaft” geht,
in der jeder Akteur gleichwertig mitarbeitet (u. a. die Zusammenarbeit mit der Kunstwerkstatt Lienz, documenta X, 1997).


Clemens Fürtler

Clemens Fürtler konzipiert und baut architektonische Modelle, die ausschließlich aus Straßen und Schienen bestehen. Sie erinnern an Parkhäuser, Autobahnknoten oder mehrstöckige Highways. Die Infrastruktur Straße oder Schiene, die uns als Verbindung dient und ein leichteres Fortkommen von A nach B gewährleistet, ist in Fürtlers Endlosschleifen ad absurdum geführt. Es gibt weder Start noch Ziel, weder Abfahrtsort noch Destination. Die Straße oder Schiene funktioniert als Mittel, das Innere der Modelle mit kleinen Licht-oder Kamerafahrzeugen zu erschließen. Fürtlers gesamtes künstlerisches Schaffen bezieht sich
auf seine kleinen in sich geschlossenen Parallelwelten. Im Mittelpunkt steht dabei die Inszenierung und Erkundung der geschaffenen Räume mittels Licht, Film, Fotografie und Malerei. Die Bilder, die dabei entstehen, spielen mit der Raum-Wahrnehmung, die zwischen Modell und Wirklichkeit, Begrenzung und Ausdehnung, Innen und Außen oszilliert.
Michaela Seiser


Nikolaus Gansterer

In konzentrischen Kreisen nähert sich Nikolaus Gansterer seinem Untersuchungsobjekt. Komplexe Versuchsanordnungen führen ihn Schritt für Schritt an die gestellte Thematik heran. Die Neugierde treibt ihn dazu, sich diverser wissenschaftlicher Methoden zu bedienen und sie für seine künstlerischen Arbeiten einzusetzen. Seine produzierten Ergebnisse sind nicht abstrakte Zahlen und Daten wie in der Wissenschaft. Nikolaus Gansterer “baut Welten”. Welten, die mit den Sinnen wahrnehmbar sind, die emotional bewegen und nicht Lösungen anbieten, sondern Fragen aufwerfen. Seine Experimente sind “Streitfelder”, wie er sagt. Sie sind offen für jegliche Interpretation und bearbeiten sozial-politische aber auch philosophische Themen. Niemals steht der Mensch selbst im Mittelpunkt, sondern immer das was er produziert, was ihn bewegt.
Nikolaus Gansterer legt in seinen künstlerischen Experimenten die den Dingen immanenten Vernetzungsstrukturen offen und decodiert, sinnlich
wahrnehmbar, deren mögliche Verhältnisse von Zeichen und ihren Bezügen auf das untersuchte Objekt.
Textauszug von Christiane Krejs


Constanze Ruhm

X Love Scenes ist der fünfte Teil des als Serie angelegten Projektes X Characters, in dessen Mittelpunkt der Versuch steht, die Identitäten ikonischer weiblicher Figuren aus der Kinomoderne als zeitgenössische Versionen fortzuschreiben. Die bisher realisierten Produktionen (A Memory of the Players, 2001; Coming Attraction, 2002; X Characters/ RE(hers) AL, 2003; X NaNa/Subroutine, 2004; X Love Scenes, 2006/7) sind interdisziplinär angelegt und untersuchen Formen weiblicher Identität innerhalb zeitgenössischer Kunstpraxen mit Blick auf die Geschichte
von kinematografischen und theatralen Formen, sowie auf die Rolle der Neuen Medien.
Der vorläufig letzte Teil der Serie, My_Never_Ending_Burial_Plot, wurde 2009 fertiggestellt.


Ricarda Denzer

Dem formalen Konzept von Denzers Arbeiten liegt eine dokumentarische Praxis zugrunde: In einem obsessiven Akt des Sammelns werden Audiound Filmbänder aufgezeichnet, Interviews geführt, Texte gelesen und
Themen recherchiert, die das Ausgangsmaterial für eine inhaltliche Debatte liefern. Die Audio- und Videobänder werden zu einer Collage verarbeitet und nach einer assoziativen Logik montiert, in der sich Fakt und Fiktion überschneiden und eine neue, verdichtete Form der
Erzählung resultieren lassen.
(Patricia Grzonka - Ausschnitt aus dem Katalogtext „Pragmatismus und Kreativität“, 7th SITE Santa Fe Biennale 2008 )


Markus Wintersberger

Das bisherige Werk des Medienkünstlers Markus Wintersberger ist ein bestechendes Beispiel dafür, wie sehr das Instrumentarium der elektronisch-technischen Medien das künstlerische Arbeiten in der bildenden Kunst erweitert und bereichert. Es zeigt aber vor allem ein
neues ästhetisch-kreatives Denken, das sich in der Vielfältigkeit und in der Vielschichtigkeit seiner Arbeit manifestiert. In der Arbeit von Markus Wintersberger spannt sich der Bogen von der Zeichnung über Collage,
Skulptur, Videoprojektion und Videomontage, die Installation visuellelektronischer Räume bis in die Bildwelten der medialen Netze. Seine Arbeiten verzweigen sich in verschiedene Bereiche hinein, überschreiten
(ehemals) eng gezogene Grenzen künstlerischer Ausdrucksformen.
Die in der Ausstellung gezeigte Arbeit “EUTOPIA. körperLand. tanzHaus. medienBoulevard” entstammt einem Projektzyklus aus dem Jahr 2004. Das Projekt wurde als intermediale Rauminszenierung und Performance
für das Regierungsviertel St. Pölten entwickelt und dort in
Zusammenarbeit mit den Performerinnen und Choreografinnen Julia Mach und Stephanie Cumming umgesetzt. Das Soundkonzept und die elektronischen Klangräume wurden von Alois Huber für dieses Projekt
konzipiert und produziert.
Textauszug aus: “Der Grenzgänger” von Bernhard Leitner


 

     

Fotos aus der Ausstellung: 

 
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