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niederösterreichkulturpreisträger 2008

Gelitin - Würdigungspreis Bildende Kunst

Judith Fegerl - Anerkennungspreis Bildende Kunst

Martina Golser - Anerkennungspreis Bildende Kunst

Hans Kupelwieser - Würdigungspreis Medienkunst

Thomas Freiler - Anerkennungspreis Medienkunst

Birgit Grasschopf - Anerkennungspreis Medienkunst

16. Jänner bis 15. Februar 2009

 

 

 

 

 

 

 

Alljährlich präsentiert das NÖDOK in seiner ersten Ausstellung im Jahr die NÖ Kulturpreisträger


Gelitin

Blüte. Für die Einsicht in den Bau der B. ist die Kenntnis ihrer Entwickelung unentbehrlich. Im Allgemeinen entsteht die B. als umgewandelter Sproß ähnlich wie ein solcher als halbkugeliger Körper aus Bildungsgewebe, an dessen äußerm Umfang die einzelnen Blattglieder in Form kleiner höckerförmiger Aussprossungen in aufsteigender Folge, also zuerst die Kelchblätter, dann die Blumenblätter etc. auftreten; nur findet dabei im Vergleich zu der Entwickelung von Blattsprossen der wesentliche Unterschied statt, daß die Achsenspitze der B. ihr Wachstum sehr bald einstellt und dadurch den nächstbenachbarten seitlichen Organen Gelegenheit gibt, eine ungewöhnliche, mehr oder weniger endständige Stellung anzunehmen. Die einzelnen gleichartigen Glieder desselben Blattkreises entstehen bald gleichzeitig in Quirlen, bald nacheinander in mehr oder weniger unterbrochenen Spirallinien, und zwar herrscht in ihrer Stellung das Gesetz vor, daß die innern Glieder jedesmal in den Zwischenräumen der nächst vorhergehenden auftreten, weil sie dort am wenigsten durch den Druck der Nachbarglieder in ihrer Entwickelung gehemmt werden. (Meyers Konversations-Lexikon 1894)


Judith Fegerl

Im Mittelpunkt von Judith Fegerls künstlerischen Arbeiten steht die symbiotische Verbindung von Mensch und Maschine, von Körper und Technik. Sie simuliert Laborsituationen, zerlegt und untersucht. Sie ergänzt prothetisch organisch gewachsenes Material durch anorganisches und setzt so ein poetisches Wechselspiel zwischen Wissenschaft und Kunst. Der menschliche Körper dient als Rohstoffquelle und als Resonanzkörper, der sinnlichen Erfahrungen ausgesetzt wird. Elektrischer Strom sowohl als metaphysische Energiequelle als auch als Metapher der Industrialisierung und als Voraussetzung für den Lebensstil unserer modernen Gesellschaft – wird plakativ verwendet, um den Objekten Leben einzuhauchen und Energie sichtbar zu machen.
Mit großem technischem Verständnis bedient sie sich unterschiedlichster Technologien, um ihre hybrid organisierten Objekte zu entwickeln. Deren ästhetisches Erscheinungsbild wird zu einer wichtigen Komponente der künstlerischen, politischen und philosophischen Aussagen.
Christiane Krejs


Martina Golser

Das Medium Zeichnung hat Martina Golser in reflexiver, meditativer stundenlanger Arbeit so perfektioniert, dass jeder Strich akribisch genau sitzt. Das Leichte ist ihr dabei nicht abhanden gekommen. Die Feinheit der Linie steht in keiner Diskrepanz zu schwungvollen Kompositionen. Dass die Zeichnungen – mit einem Messer ausgeschnitten – in Schichten übereinander montiert werden, generiert eine Tiefenwirkung, die den Papierarbeiten Objektcharakter verleiht. Präzisest ausgeführt, übersetzen die Zeichnungen von Martina Golser das strukturelle Wesen der Pflanze in ein künstlerisches Medium und ermöglichen den BetrachterInnen Einblicke in Strukturen, die dem freien Auge ohne Hilfsmittel versagt bleiben.
Uwe Hauenfels


Hans Kupelwieser

Was hat man mit diesem Stuhl nicht alles schon gemacht: Installationen, Briefmarken und unendliche Detailreproduktionen haben Hans Corays Landi zum Klassiker werden lassen, über alle Veränderungen in Material und Aufbau hinweg. Jetzt hat ihn Hans Kupelwieser abgelichtet – aber wie! Der Künstler und sein Stuhl im dunklen Raum – Kamera auf – tastend mit dem Laserstrahl über Wand, Boden und Kante – zittrig schmale Lichtspuren rund um einen vermuteten und vage erkannten Ort des Objekts – Verschluss zu. Am Ende hat der Stuhl sich selbst abgebildet und der Eingriff des Künstlers in Raum und Zeit visualisiert sich als Störfeuer der Leuchtspurmunition.
Zwei Ebenen der Bedeutung eröffnen sich zunächst in dieser Werkgruppe, eine über die Photographie, die andere über den Stuhl; beide finden sich schließlich gemeinsam auf einem dritten Niveau wieder. Die hohe Kunst des Photogramms pflegt Hans Kupelwieser schon seit langem und hat sie an allen Ecken und Ende lustvoll ausgeweitet – die Selbstablichtung des Dings ist selbst keine Magie mehr, sondern Teil einer schamanistischen Strategie der Aufladung mit mythischen Wirkungen, selbstredend ohne Sprache. Mit seinen rephotographischen Bemühungen hat der Künstler nicht nur den Mythos vom photographischen Bild als modern beerdigt, sondern die Aufklärung durch das Sichtbarmachen gleich dazu. …
Rolf Sachsse
(Textauszug zur Ausstellung Galerie Bleich-Rossi, Wien 2006)


Thomas Freiler

...apparative(n) Koordinaten repräsentieren nicht nur den Einfluss der Technik auf die Bildproduktion, sondern vor allem die ideologischen Aspekte, die darin enthalten sind: Das Begehren nach Bildschärfe, die Frage nach der Größe des Bildausschnitts, die Konvention der Bildformate usw. All diese Qualitäten sind das Resultat einer ideologischen Apparatur, die im Apparat nur die funktionale und ästhetische Übersetzung dieser Vorstellungen von Realität erkennt. In diesem Sinne sind die (fotografischen) Apparate und deren Produkte nur die kulturellen Manifestationen ideologischer Apparaturen. Deren Analyse und Kritik gilt die künstlerische Untersuchung von Thomas Freiler. Das eigentliche Objekt seiner Forschung ist damit weniger die Fotografie selbst, sondern das darin implizite und manifeste Begehren nach Bildvorstellungen als Ausdruck von Weltbildern. ...
Andreas Spiegl
(Auszug aus “Die Fotografie ideologischer Apparaturen”, Bilder, Fotogalerie Wien 227/2008)


Birgit Grasschopf

Dysfunktionen
Part I – Fehlschaltung und Interferenz
Die Arbeit handelt von den (Fehl-)Formen zwischenmenschlicher Kommunikation. Als Equivalent dazu dienen Bildkanäle, in die so eingegriffen wurde, dass sie dysfunktional agieren und nur sich selbst oder ein gleiches Medium zum Inhalt haben und in dieser Dysfunktion als abstrakte Bilder auf dem Display erscheinen. Die Information geht nicht mehr von A zu B, sondern A und B fallen zusammen und eine Rückkopplung entsteht. Weiters geht die Information von A über B wieder zu A und umgekehrt, von B über A wieder zu B - eine Endlosschleife und Interferenz. Die Kanäle sind ihrer Aufgabe enthoben und agieren selbstreferenziell. Die auf diese Weise entstandenen Bilder wurden direkt vom Monitor mittels Großformatkamera abfotografiert, somit aus dem Kanal heraus genommen und zu tatsächlichen Bildern gemacht. Denn das Display bzw. der Monitor ist heute ein soziologisch besonders wichtiges, omnipräsentes Bild im Alltag, es hat die Bedeutung eines Tafelbildes. Der Informationsleerlauf in den Bildern kann als Analogie bzw. als eine künstlerische Übersetzung in Bezug auf soziologische Formen des Austausches gelesen werden: zB. Monologisieren, aneinander vorbei reden, falsch verstehen, in leeren Phrasen reden, Worthülsen bedienen. Neben der großformatigen Bildserie entstanden 19 kleinformatige Zeichnungen zu dieser Idee und Gedanken dazu.
Der Film “Interventionen im öffentlichen Raum” zeigt Eingriffe in das Sichtfeld von Überwachungskameras, deren Beitrag zur Sicherheit durch die Anbringung des Blindenzeichens kritisch hinterfragt werden.


 

     

Fotos aus der Ausstellung: 

 

Gelitin
  Gelitin
 

Judith Fegerl
   
   
   

   
Martina Golser
 
Hans Kupelwieser
Thomas Freiler
Birgit Grasschopf