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Wolfgang Stifter

3. 9. bis 2.10. 2004

 

Wolfgang Stifter »Im Zeichen der Schrift«

 

Das bildnerische Werk von Wolfgang Stifter ist durch das Graphische und Skripturale geprägt und geformt. Im Feinen und Subtilen der Linie verdichtet sich das Emotionale und Intelligible zu einer Textur des Gestischen, die weder Abstraktion noch Gegenständlichkeit meint, sondern das Zeichenhafte des Visuell-Bildnerischen. Die seit jeher sein Schaffen begleitenden Pinselzeichnungen sind Symbol und Praxis dieses künstlerischen Selbstverständnisses, in so ferne der Pinsel in bildtechnischer Hinsicht beides in sich vereint: Das Moment der Malerei und das Moment der Schrift.

2001 verbrachte Wolfgang Stifter einen längeren Atelieraufenthalt in Chengdu in der Provinz Sichuan in China. Dies war eine lang ersehnte Gelegenheit, endlich einmal „authentisch“ vor Ort  (Schrift-) Bilder erarbeiten zu können. Entstanden sind eine Reihe zum Teil großformatiger Pinselzeichnungen auf chinesischem Papier mit laviertem Tuschecharakter. Im Ineinander von Schriftlichkeit (quasi chinesische Schriftzeichen) und Bildlichkeit (Malerei) entfalten die Werke eine suggestive Kraft des Exotischen und Vertrauten zugleich, die durch die Farbigkeit noch akzentuiert wird: das Kalligraphische als einzige permanente und unendliche Überschreitung von Schrift und Bild, von Lesbarkeit und Sichtbarkeit. Es ist der daraus resultierende ästhetische Mehrwert, der den Arbeiten ihren eigenen Sinn verleiht.

Carl Aigner

Fotos aus der Ausstellung: